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Sortierung blauer, roter und weißer Kunststoffpellets

Interreg NWE Di-Plast

Digitale Tools zur Erhöhung des Rezyklat-Einsatzes in der Plastikindustrie

Di-Plast entwickelt digitale Lösungen, um Unternehmen bei der Materialauswahl, Prozessoptimierung und Qualitätssicherung zu unterstützen und so die Verwendung von Kunststoffrezyklaten zu erleichtern.

Hintergrund

Die Branchen mit dem höchsten Kunststoffbedarf, Verpackung und Bau, setzen nur sehr geringe Mengen von recyceltem Kunststoffmaterial ein, wodurch wertvolles Material durch Verbrennung, Export oder Deponierung verloren geht. Eine Untersuchung von Plastic Europe hat ergeben, dass die größten Hemmnisse für einen höheren Einsatz von Rezyklaten die unklare Rezyklatqualität, ein instabiles Angebot und das geringe Bewusstsein bei den Kunden sind. Daraus resultiert für kunststoffverarbeitende Betriebe eine hohe Abhängigkeit von volatilen, instabilen und unsicheren Rohmaterialmärkten (z. B. Petrochemie). Der erhöhte Einsatz von Kunststoffrezyklaten reduziert die Abhängigkeit von Primärrohstoffen und trägt außerdem dazu bei, die Belastung für Natur, Umwelt und menschliche Gesundheit, beispielsweise durch schädliche Emissionen und Meeresverschmutzung zu vermindern.

Projektinhalt

Im Rahmen des Di-Plast Projekts wird ein digitales Toolkit zur Verbesserung der Aufnahme von rezyklierten Kunststoffmaterialien entwickelt. Das digitale Toolkits ermöglicht eine lückenlose Dokumentation von rPM-Strömen. Dies umfasst neben anderen Menge, Zeitraum der Produktion, Herkunft, Zusammensetzung und Qualität der rPM. Nutzer*innen der Rezyklate sollen so eine gesicherte Informationsbasis für ihre Produktionsplanung erlangen.

Die dafür bestehenden Lösungsansätze werden in vier Pilotumsetzungen in Zusammenarbeit mit zwölf Unternehmen getestet und validiert. Neben der Entwicklung und Validierung des Toolkits unterstützt das Projekt durch das „Uptake Accelerator Programme“ durch Uptake Manager*innen (lokale Unterstützer*innen) die Unternehmen bei der Auswahl und Implementierung der Tools. Zusätzlich können Unternehmen durch Gutscheine finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen.

Aktuell Informationen zum Projekte unter: https://www.nweurope.eu/di-plast

 

Projektziel

Am Ende des Projekts sollen etwa 90 Unternehmen in Nordwest-Europa (NWE) bei der effektiven Nutzung von Sekundärkunststoffen unterstützt werden und somit insgesamt 18 Kilotonnen Sekundärmaterial mehr einsetzen.

Meilensteine

Arbeitspaket T1 Entwicklung eines digitalen Toolkits

  • Vorbereitende Studie: abgeschlossen
  • Entwicklung von mindestens sechs Tools: laufend (projektiert bis April 2022)
  • Entwicklung von Leitfäden für die Implementierung und Nutzung des Toolkits: projektiert bis April 2022

Arbeitspaket T2 Pilotprojekte für mehr Einsatz von recyceltem Kunststoff

  • Durchführung der 4 Pilotprojekten mit 12 Pilotunternehmen: laufend (projektiert bis März 2022)
  • Evaluierung der Ergebnisse aus den Piloten: projektiert bis April 2022

Arbeitspaket T3 Uptake Acclerator Programm

  • Auswahl von 5 Uptake Managern: abgeschlossen
  • Toolkit Matching-Workshops: laufend (projektiert bis April 2022)
    • Erster Workshop am 30. April 2021 (weitere folgen)
  • Individuelle Toolkit-Schulung und -Beratung: Projektiert bis April 2022

Arbeitspaket T4 Gutscheinsystem

  • Bewerbung der Gutscheine: laufend (seit 30. April 2021)
  • Auszahlung der Gutscheine: bis 15. April 2022