Kürzlich war unser Bioökonomie-Projektleiter Johannes Kurz beim Meilensteinprojekttreffen des Projektes „biocharPP“ am Fraunhofer ISE in Freiburg dabei, bei dem Umwelttechnik BW als assoziierter Partner unterstützt. Im Nachhinein hat er uns erzählt, warum mit diesem Projekt wirklich Neuland betreten wird.
Für was steht biocharPP?
Im Projekt biocharPP geht’s darum, Kunststoff mit weniger Umweltschäden herzustellen. Normalerweise stecken in Kunststoffen oft Füllstoffe wie Talkum. Allerdings ist dieser nicht erneuerbar.
Stattdessen wollen die Forschenden sogenannte Biomassekarbonisate (BMK) aus biogenen Reststoffen wie Holz oder Nussschalen verwenden. Die Idee ist: Diese BMK binden Kohlenstoff und könnten ein umweltfreundlicherer Füllstoff für z. B. Polypropylen-Kunststoffe sein.
Untersucht wird unter anderem, wie man BMK so herstellt und behandelt, dass sie gut in Kunststoffe eingebaut werden können. Ziel ist, dass das Material nicht spröde wird oder schwer zu verarbeiten ist. Dafür testen die Forscher:innen unterschiedliche Verfahren zur Optimierung des BMK, sie analysieren die Oberflächen, verbessern deren Eigenschaften mit chemischen oder physikalischen Verfahren. Dann wird geschaut, wie gut sich daraus wiederverwertbare Kunststoffmischungen herstellen lassen.
Warum biocharPP ein Pionierprojekt ist
So richtig systematisch hat bisher noch niemand erforscht, wie man BMK für Kunststoffe funktionalisieren kann. Mit anderen Worten: Noch niemand hat bis jetzt die Oberfläche so verändert, dass sie sich gut mit Kunststoffen verbindet. Genau das ist bei biocharPP das bahnbrechende Element. Hinzu kommt: Es wird nicht nur technisch rumgetüftelt, sondern das Thema wird auch aus Umwelt- und CO₂-Senken-Perspektive bewertet.