KEFF+Thementag KI und digitale Tools
Nachhaltige Lösungen für mehr Ressourceneffizienz in der Produktion
Einblicke, Impulse und Inspirationen rund um Künstliche Intelligenz und Digitalisierung: Der KEFF+Thementag bot praxisnahe Antworten auf zentrale Zukunftsfragen der Wirtschaft: Wie können Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) und digitale Werkzeuge nachhaltig nutzen? Wo liegen Chancen, wo Herausforderungen?
Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, eröffnete die Veranstaltung mit einem differenzierten Blick auf die Ambivalenz digitaler Technologie mit Blick auf sowohl die Möglichkeit zur Effizienzsteigerung als auch auf den erheblichen Ressourcenverbrauch. Entscheidend, so Baumann, sei die konsequente Ausrichtung digitaler Innovationen auf nachhaltige Ziele.
Auch David Koch vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) unterstrich in seinem Fachbeitrag die Rolle von KI als Hebel für klimaneutrale Produktion bei gleichzeitiger kritischer Reflexion über ökologische Nebenwirkungen.
Praxis trifft Potenzial: Beispiele aus der Unternehmenswelt
Die anschließenden Praxisbeiträge zeigten eindrucksvoll, wie KI und digitale Tools bereits heute zur Ressourcenschonung beitragen können. Ein besonderer Dank gilt den beteiligten Unternehmen und Organisationen, die ihre Projekte und Erfahrungen geteilt haben:
Fraunhofer IPA: Der Vortrag gab einen Überblick über das breite Anwendungsspektrum von digitalen Technologien wie Künstliche Intelligenz und zeigte konkret auf, welche Chancen zur Steigerung der Ressourceneffizienz mit den unterschiedlichen digitalen Lösungen verbunden sind.
Spicetech GmbH: KI-gestützte Prognosemodelle unterstützen Unternehmen dabei, unnötigen Ressourcenverbrauch und CO2-Emissionen zu reduzieren, indem sie Überproduktion und übermäßige Lagerhaltung verhindern. In KI-Modellen z. B. für Mehrwegsysteme, in der Lebensmittelproduktion und im Handel, werden sowohl interne als auch externe Faktoren dynamisch berücksichtigt.
MPDV Mikrolab GmbH: KI Tools unterstützen die Fertigung an verschiedenen Stellen. Al-based Scrap Reason Analysis enthüllt versteckte Zusammenhänge in der Entstehung von Ausschuss und dessen Ursachen und ermöglicht es, aktiv auf Einflussfaktoren zu reagieren und minderwertige Teile zu verhindern. Auch mit Predictive Quality können Ressourcen eingespart werden.
Protektorwerk Florenz Maisch GmbH & Co. KG: Im Rahmen des Projekts Ultraeffizienzfabrik Deep Dive wurden Produktionsprozesse auf die Anwendung von Methoden und digitaler Tools überprüft. Insbesondere mit Hilfe der SMEA (Störungs-, Möglichkeits- und Einfluss-Analyse) wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Maschinenverfügbarkeit analysiert. Langfristiges Ziel ist der Einsatz von Predictive Maintenance, um Fehlerursachen frühzeitig zu eliminieren.
SICOS BW GmbH: High-Performance Computing bietet vielfältige Lösungsansätze, um komplexe Prozesse rechnerisch abzubilden und daraus Optimierungen abzuleiten. Wo die Verbesserungspotenziale in Entwicklung oder Produktion schlummern, wurde anhand von verschiedenen Beispielen gezeigt, u. a. anhand der Simulation von Verbrennungsprozessen, um die Umstellung auf alternative Brennstoffe vorzubereiten und Schadgase durch Optimierung zu reduzieren.
ExoMatter GmbH: Schneller leistungsfähige Materialien finden – die ExoMatter Materials R&D Plattform bietet leicht durchsuchbare, KI-angereicherte Daten und führt R&D-Teams effizient zu vielversprechenden Materialkandidaten. So lassen sich Laborzeiten verkürzen, Entwicklungsprozesse beschleunigen und umweltgerechte Innovationen nachhaltig vorantreiben.
Vielen Dank für die Vorstellung der Unterstützungsprojekte an das Zukunftszentrum Süd, KI Challenge, Fraunhofer IPA mit KIRR Real, KI-Fortschrittszentrum und dem S-Tec Zentrum für klimaneutrale Produktion, Sicos BW mit dem RescHKI Projekt und an das Forschungszentrum Informatik (FZI) mit dem EDIH-AICS Projekt.
Austausch auf Augenhöhe
Beim abschließenden Get-together nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit Fachleuten. Dabei wurde deutlich: Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitieren von konkreten Impulsen – etwa zur Frage, welche Tools für ihren Einstieg geeignet sind und wie sich digitale Lösungen schrittweise in bestehende Prozesse integrieren lassen.
Der KEFF+Thementag hat gezeigt: Der nachhaltige Einsatz von KI ist kein Widerspruch, sondern eine Zukunftsaufgabe – praxisnah, umsetzbar und bereits heute möglich.





