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Zielkonflikte in der Bioökonomie

Manche Unterziele der Bioökonomie schließen sich gegenseitig aus

Ein Bild der Energiepflanze Silphie auf dem Feld
Energiepflanze Silphie (Canva/Fotofreak75)

Welche Zielkonflikte gibt es in der Bioökonomie?

Da die Bioökonomie als nachhaltige Wirtschaftsform der Zukunft verschiedene Unterziele verfolgt, können sich manche tatsächlich gegenseitig im Weg stehen.

Wir unterscheiden drei Kategorien.  

Ökologische Zielkonflikte:

Die Fläche für die Produktion von Biomasse ist durch Anbauflächen begrenzt. Unter anderem können im Interesse des Naturschutzes Anbauflächen nicht beliebig ausgebaut werden. Durch den Ausbau der Bioökonomie gibt es eine erhöhte Nachfrage, die nicht unbegrenzt gedeckt werden kann. Dies kann zur Verdrängung von Ökosystemen und zum Verlust biologischer Vielfalt führen. Auch Monokulturen sowie ein erhöhter Einsatz von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln können negative ökologische Folgen haben.

Dieser Konflikt könnte z. B. durch Verwendung sekundärer Biomasse gelöst werden. Auch Kaskadennutzung und integrierte Anbausysteme wie Agroforstwirtschaft können zur Entschärfung beitragen.

Ökonomische Zielkonflikte:

Neu entwickelte Bioökonomische Verfahren haben teilweise einen erhöhten Energiebedarf oder stellen einen Mehraufwand der Verarbeitungsverfahren dar. Dies kann zu Kostennachteilen führen. Zudem sind biobasierte Produkte oft teurer als ihre fossilen Alternativen, was ihre Marktfähigkeit beeinträchtigen kann. Auch die Skalierung neuer Verfahren ist häufig mit wirtschaftlichen Risiken verbunden.

Gesellschaftliche Zielkonflikte:

Durch eine wachsende Weltbevölkerung wächst der Flächenkonflikt für den Anbau von Biomasse. Die Ernährung hat stets Priorität, weshalb die Biomasse für industrielle Zwecke nur eingeschränkt verfügbar sein kann. Dies führt zum sogenannten „Tank-Teller-Konflikt“, bei dem Anbauflächen für Energiepflanzen in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen. Auch Fragen globaler Gerechtigkeit, wie der Zugang zu Ressourcen in Entwicklungsländern, können betroffen sein.

 

Author: Paulina Leiman
Source: Umwelttechnik BW | Bioökonomie