Fallbeispiel
100 Betriebe Stagebild grauer Hintergrund

Abfälle – Eine unterschätzte Ressource

Gewinnung von Metall- und mineralischen Fraktionen aus dem Gewerbeabfall
600 t/a

Einsparung Nichteisen-Metalle

4.350 t/a

Einsparung Stahl

5.300 t/a

Einsparung mineralische Fraktion

11.100 t/a

CO2-Einsparung

Die KORN Recycling GmbH hat eine Wertstoff-Aufbereitungslinie errichtet, die durch eine geschickte Rekombination von erhältlichen Sortieraggregaten mehr sortenreine Materialfraktionen generiert. So wird bei der Rückführung in den Rohstoffkreislauf nicht nur Energie gespart, sondern es ergibt sich auch eine Reduktion an klimaschädlichen Treibhausgasen und eine Steigerung der Ressourceneffizienz.

Die KORN Recycling GmbH ist ein Recyclingunternehmen mit Hauptsitz in Albstadt. KORN ist spezialisiert auf die Entsorgung von Abfällen aus Industrie-, Handels- und Gewerbeunternehmen, Kommunen sowie privaten Haushalten. Seit 20 Jahren produziert KORN Ersatzbrennstoffe für die Energiegewinnung in der Zement- und Energiewirtschaft.

Bei der Firma KORN werden in Form von gemischtem Gewerbeabfall, gemischten Bau- und Abbruchabfällen sowie dem kommunalen Sperrmüll auch wertvolle Ressourcen angeliefert. Vor allem bei der Separierung von Altmetallfraktionen aus den Abfallgemischen, fällt ein Sammelsurium an Schrotten und Metallen an. Diese Gemische sind zwar sehr werthaltig, die Vermarktung bzw. Wiederverwertung ist aber aufgrund der Zusammensetzung unterschiedlicher Materialien und Fremdanhaftungen problematisch. Ebenso lassen sich bei der automatischen Separierung von mineralischen Fraktionen mittels Röntgentechnik Fehlwürfe und andere Verunreinigungen noch nicht vermeiden, wodurch sich der Abfall zunächst nicht als Sekundärrohstoff eignet.

Um diese Probleme zu lösen, hat KORN eine Aufbereitungslinie errichtet, die mit am Markt erhältlichen Sortieraggregaten sortenreine Materialfraktionen generiert. Ziel war es, die einzelnen Fraktionen den einzelnen Rohstoffkreisläufen wieder sortenrein zuzuführen.

Für die Rückgewinnung von hochwertig recyclebaren Sekundärrohstoffen aus Schrottund gemischten Metallfraktionen sowie mineralischen Fraktionen aus der Sortierung sollte eine Nachreinigung in die Aufbereitungslinie integriert werden. Dies sollte es ermöglichen, den mineralischen Anteil von den nicht mineralischen Verunreinigungen zu trennen. Die gereinigte Fraktion sollte anschließend als Recyclingmaterial oder Versatzbaustoff verwertet werden. Die Schrott- bzw. Metallanteile sollten sortenrein getrennt und einer rohstofflichen Verwertung zugeführt werden. Die aussortierten Verunreinigungen aus Kunststoffen, Holz, Textilien, Verbundstoffen usw. sollten wieder zur Ersatzbrennstoffaufbereitung eingesetzt werden.

Bei den aufzubereitenden Eingangsmaterialien handelt es sich entweder um vorsortierte Schrott- und Metallabfälle oder die mineralische Fraktion aus der Vorbehandlungsanlage für gemischte Gewerbe-, Bau- und Abbruchabfälle sowie Sperrmüll. Aufgrund der noch vorhandenen Verunreinigungen bzw. Anhaftungen wie z. B. Folien, Kunststoffbänder, Holzreste oder Textilen, ist im Ausgangszustand bisher noch keine hochwertige Wiederverwertung möglich. Hier setzt die von KORN entwickelte Aufbereitungslinie an. Unterschiedliche, serienmäßig erhältliche Sortieraggregate wie z. B. Querstromzerspaner,
Überbandmagnete, Wirbelstromscheider, Windsichter und diverse Siebaggregate wurden verfahrenstechnisch sinnvoll zu einer Gesamtanlage verknüpft.

Zu Beginn war eine klare Zielsetzung wichtig, insbesondere hinsichtlich der Beschaffenheit der Abfälle nach der Behandlung. Im mineralischen Bereich ist hierbei nicht nur die Optik der sortierten Abfälle wichtig, vielmehr geht es um die chemischen Parameter, die je nach Verwertungs- bzw. Entsorgungsweg eingehalten werden müssen. Deshalb ist eine umfangreiche analytische Begleitung notwendig. Bei den Schrott- bzw. Metallabfällen ist die Sortenreinheit der aufbereiteten Fraktionen wesentlich. Besonders wichtig ist, dass die von den weiteren Aufbereitern, Stahlwerke bzw. Schmelzhütten für Aluminium, Zink
oder Kupfer, geforderten Qualitätskriterien verlässlich eingehalten werden. Nur so kann hochwertiges Recycling realisiert und die bestmöglichen Erlöse auf den Sekundärrohstoffmärkten erzielt werden. Beim Recycling darf der wirtschaftliche Aspekt nicht aus den Augen verloren werden.

Bei der Gesamtsteuerung der Anlage, die von hauseigenen Informatikern und Elektronikern konzipiert wurde, lag der Fokus auf einer einfachen Bedienung der Anlage. Ebenso waren die Leistungsfähigkeit sowie die sichere Bedienung und Wartung der Anlage Grundvoraussetzungen für die Umsetzung des Projekts. Die mineralische als auch die Eisen- und Nichteisen-Metall-Fraktion durchlaufen getrennt voneinander ähnliche Verfahrensschritte, die nachfolgend beschrieben werden. Die Aufgabe der beiden Fraktionen erfolgt jeweils in einem Bunker. Die mineralische Fraktion wird mithilfe von frequenzgesteuerten
Aggregaten wie Bunkerband, höhenverstellbarer Dosiertrommel und Austragsband aufgeschlossen und in einer kontinuierlichen Schichthöhe weiter transportiert. Danach werden mit einem Überbandmagneten die Eisenfraktionen (FE-Schrott) abgetrennt. Darauf folgt eine Siebung in drei Korngrößen: 0-3 mm, 3 - 40 mm und > 40 mm. Die Eisen- und Nichteisen-Metall Fraktion wird hingegen mit einem Querstromzerspaner aufgeschlossen und zerkleinert. Es erfolgt ebenfalls eine Siebung in die drei genannten Korngrößen. Die sandige 0-3 mm Fraktion wird für beide Fraktionen direkt in einer Lagerbox erfasst.

Die 3-40 mm Fraktion gelangt über eine Vibrorinne in einen ZZ-Windsichter. Dort erfolgt eine Trennung von Schwer- und Leichtgut. Im Falle der mineralischen Fraktion wird das Schwergut in einem Wirbelstromabscheider in eine Nichteisen- (Aluminium und Nichteisen-Gemisch) und eine Mineralik-Fraktion getrennt. Beide Fraktionen werden über separate Förderbänder sortenrein in Boxen transportiert. Das Schwergut der Eisen- und Nichteisen-Metall-Fraktion wird in einem Wirbelstromabscheider in eine Nichteisen-(Aluminium und Nichteisen-Gemisch) und eine Eisen-Fraktion getrennt und anschließend ebenfalls über separate Förderbänder sortenrein in Boxen transportiert.

Das Leichtgut der mineralischen Fraktion wird über den Luftstrom in ein Silo transportiert und anschließend über eine Zellenradschleuse ausgetragen. Es folgt ein Überbandmagnet, um die restlichen kleineren Eisenteile zu entfernen. Somit ist das Endprodukt Leichtgut sortenrein. Für das Leichtgut der Eisen- und Nichteisen-Fraktion wird ebenso verfahren.

Die > 40 mm Fraktion durchläuft ein fast identisches Verfahren. Nur wird der ZZ-Windsichter durch einen Windsichter ersetzt, der für größere Fraktionen geeigneter ist. Das Leichtgut, bestehend aus Folien, Papier und Textilresten, wird durch den individuell einstellbaren Luftstrom in einer Box erfasst und wieder der Ersatzbrennstoffaufbereitung zugeführt. Das Schwergut/Mineralik wie Beton, Steine und andere mineralischen Stoffe werden auf einem Sortierband von Hand nochmals kontrolliert und restliches Leichtgut/Nichteisen-Metalle usw. aussortiert.

Die so sortierten Schrott- bzw. Metallfraktionen können entweder direkt in Schmelzwerke oder über spezialisierte Zwischenhändler vermarktet werden. Der Rest eignet sich als Ersatzbrennstoff für Kraftwerke.

Die Aufbereitungslinie von KORN kann ebenso wertvolle Ressourcen aus mineralischen Fraktionen gewinnen. Am Ende liegen Eisen, Aluminium, Kupfer, Messing, Elektrokabel, Gips und Porenbeton sortenrein vor.

verunreinigte Mineralik-Fraktion
Mineralik-Fraktion, verunreinigt (KORN Recycling GmbH)
gereinigte Mineralik-Fraktion
Mineralik-Fraktion, gereinigt (KORN Recycling GmbH)

Mit der Aufbereitungslinie kann KORN jährlich 600 t Nichteisen-Metalle, 4.350 t Stahl und Eisen sowie 5.300 t mineralische Fraktion aus den Gewerbeabfällen zurückgewinnen und dem Rohstoffkreislauf zuführen. Die Gewinnung der Sekundärrohstoffe führt jährlich zu einer Vermeidung von 11.100 t CO2e.

Unterschiedliche Abfälle können durch entsprechende Behandlung wieder zu wertvollen Ressourcen aufbereitet werden, welche als Sekundärrohstoffe dazu beitragen, den Bedarf an Primärrohstoffen zu reduzieren. Die Maßnahme zeigt, dass es hierfür nicht notwendig ist, neue Technologien zu entwickeln, sondern
dass Erfolge durch die geschickte Kombination von vorhandenen Technologien erreicht werden können. Die Aufbereitungslinie beinhaltet zwar bis dato noch eine Handsortieranlage, die zukünftig jedoch sensorgestützt arbeiten soll.

KORN ist ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb mit Hauptsitz in Albstadt. Rohstoffe und Energiegewinnung sind besser als Altlasten. Dieser Grundsatz wird mit innovativen Technologien und der Tatkraft der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verfolgt, was zur höchsten Präzision in der Mülltrennung führt. So betreibt KORN eine der modernsten Gewerbeabfallsortier- und Ersatz-Brennstoffaufbereitungsanlagen. Die Kernkompetenz des Unternehmens ist die Entsorgung von Abfall von Industrie-, Gewerbe- und Handelsunternehmen sowie von privaten Haushalten. Ziel ist es, für alle Abfallarten die richtige und umweltgerechte Lösung zu bieten. Ganz besonders das Recycling und die Nutzbarmachung von Abfällen stehen im Zentrum ständiger Innovation. So produziert KORN seit
2002 hochwertige Ersatzbrennstoffe für die Energiegewinnung in der Zementindustrie und Energiewirtschaft.

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