Fallbeispiel
Geometrisch abstrakte Farbflächen

Energieeffizienzmaßnahmen in der Produktion und der Gebäudeausrüstung

2. Platz Gipfelstürmer 2023
328 t/a

CO2-Einsparung*

1.954.870 km

Mittelklasse PKW**

743 MWh/a

Einergieeinsparung

1.600 MWh/a

Verbrauchsausgangswert***

Die IMOS Gubela GmbH setzt auf einen ganzheitlichen Lösungsansatz, um den hohen betrieblichen Energieverbrauch zu verringern. Sowohl in der Produktion als auch am Gebäude wurden umfassende Maßnahmen umgesetzt, die eine Energieeinsparung von 46 Prozent bewirkt haben.

IMOS Firmengelände

Außenansicht des Firmengebäudes. (Foto: IMOS Gubela GmbH)

Sowohl die eigentliche Produktion als auch die Aufrechterhaltung konstanter Produktionsbedingungen ist sehr energieintensiv. Aus diesem Grund ist das Unternehmen schon immer auf der Suche nach innovativen Einsparmöglichkeiten im energetischen Bereich. Durch die immer weiter steigende Nachfrage nach Optik-Produkten wurde der Gebäude- und Maschinenbestand erweitert, wodurch einerseits der Produktionsausstoß und anderseits die Energiekosten weiter gestiegen sind. Zudem gab es zahlreiche ungenutzte Energiequellen, wie beispielsweise Abwärme der Maschinen. Um einen ganzheitlichen Lösungsansatz zu erarbeiten, wurde ein KEFF-Check durchgeführt. Aufgrund der besonderen Produktionsbedingungen deckte dieser gleich mehrere größere Einsparpotenziale auf.

Hohe Energiekosten senken, mehr Energieeffizienz für die energieintensive Produktion

  • Alle neu angeschafften Spritzgussmaschinen sowie auch Ersatzinvestitionen sind nun vollelektrisch und nicht mehr hydraulisch betrieben.
  • Alle Trockner, die heiße Abluft in die Produktion abgaben, wurden durch effizientere Modelle ersetzt.
  • Ein hocheffizienter Drucklufterzeuger mit Wärmerückgewinnung wurde im Austausch gegen einen alten neu angeschafft.
  • Das neugebaute Gebäude wird mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe über den Fußboden beheizt. Es handelt sich um eine reversible Wärmepumpe, die sowohl heizen als auch kühlen kann.
  • Die gesamte Beleuchtung im neuen Gebäude besteht aus LEDs. Am Bestandsgebäude wurde die Außenbeleuchtung ebenfalls auf LEDs umgestellt.
  • Im Bestandsgebäude wurde auch eine neue zentrale Heizungsanlage angeschafft. Um den Gasverbrauch zu mindern, wurde von der kompletten Gasheizung auf eine Hybridheizung mit der Kombination Wärmepumpe und Gas umgestellt. Zudem wurde ein hydraulischer Abgleich des Heizsystems durchgeführt.
  • Ein Abwärmekonzept wurde umgesetzt: Die entstehende Abwärme aus dem Drucklufterzeuger wird in die zentrale Heizanlage eingespeist. Die Wärmeenergie aus dem Maschinenkühlkreislauf geht durch einen Plattenwärmetauscher in das Wärmepumpensystem.
  • Ein umfassendes Energiemanagementsystem wurde eingeführt. Die Verbraucher werden nach Bereichen und Abteilungen erfasst.
  • Um den Stromverbrauch besser regulieren zu können und Stromspitzen zu vermeiden, wurde ein Spitzenlastmanagement eingeführt. Dafür wurde eine Lastbegrenzung eingebaut und ein Ablaufplan für das Einschalten der Maschinen erstellt.
  • Alle Klimageräte, die in der Produktion benötigt werden, wurden mit einer Kommunikationsleitung ausgestattet und können nun zentral gesteuert werden.
  • Die sanitären Räumlichkeiten wurden mit Bewegungsmeldern ausgestattet.

Seit dem KEFF-Check sind zwei Jahre vergangen und das heutige Ergebnis kann sich sehen lassen. Durch die Vielzahl der umgesetzten Effizienzmaßnahmen wird eine Energieeinsparung von insgesamt 46 Prozent erreicht. Der Blick in die Zukunft zeigt, dass das Unternehmen nicht bei den bisherigen Maßnahmen stehenbleibt. Derzeit werden annähernd alle Dachflächen mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet, die eine Größe von 287 Kilowatt-Peak erreichen wird. Dieser Energieertrag wird nach Einschätzung des Unternehmens zu 87 Prozent selbst verbraucht werden und damit ca. 1/6 des Strombedarfs decken. Darüber hinaus wird nächstes Jahr eine Zentralvakuumanlage alle einzelnen Vakuumgeräte ersetzen und damit den Energieverbrauch des Unternehmens noch weiter reduzieren.

IMOS Produktionshalle
Produktionshalle mit neuen Spritzgussmaschinen. ( IMOS Gubela GmbH)

Die IMOS Gubela GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie, das auf die Fertigung von hochpräzisen optischen Teilen spezialisiert ist. Das Unternehmen besteht seit 1993 und beschäftigt heute insgesamt 80 Mitarbeitende. Die Produkte werden hauptsächlich mittels Kunststoffspritzguss und auf hochgenauen Maschinen in klimatisierten Räumen hergestellt. Die Produktion ist in jeglichen Bereichen auf hohe Ansprüche eingestellt. Von der Planung bis zum fertigen Produkt, von der Konzeptionierung über das Prototyping bis hin zur Serienproduktion deckt die IMOG Gubela GmbH alle Prozesse ab.

Es ist ökonomisch nicht zu verstehen, dass wir die im Produktionsprozessverlauf
entstehenden Wärmeenergien nicht nutzen und stattdessen noch Energie aufwenden,
um diese zu vernichten.

Hans-Erich Gubela, Geschäftsführer
IMOS Gubela GmbH

* Berechnet gemäß Merkblatt zu den CO2-Faktoren zum Förderprogramm Energieeffizienz in der Wirtschaft, BAFA, 2019.

** Berechnet aus der kilometerspezifischen Emission aller Diesel-Pkw Neuzulassungen 2019
(Umweltbundesamt).

*** Vor Maßnahmenumsetzung.

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Fertigungsstruktur:
  • Einzelteilherstellung
Wertschöpfungsaktivität:
  • Entwicklung / Konstruktion
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Einsparbereich:
  • Energie
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