Abscheidetechnologien – Eine Chance für Transformation und Wertschöpfung

Fact Sheet

Bei vielen industriellen Prozessen fallen unvermeidbare CO2-Emissionen an. Sie stammen nicht aus der Energiebereitstellung, sondern aus den verwendeten Rohstoffen, und können durch ausgewählte Abscheidetechnologien vermieden werden.

SWOT-ANALYSE

Für die Abscheidung von CO2 stehen unterschiedliche Technologien zur Verfügung, mit spezifischen Vor- und Nachteilen beim Einsatz und für den vorgeschalteten Prozess. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist der Einsatz dieser Technologien nach Ende des EU-ETS 1 (European Union Emissions Trading System 1) alternativlos. 

Es gibt keine einzelne Technologie, die für jede Emissionsquelle uneingeschränkt geeignet ist. Die nachstehende SWOT-Analyse beleuchtet Vor- und Nachteile des generellen Einsatzes von Abscheidetechnologien. 

Strengths: 

Abscheidung von CO2 aus Gasströmen ist industriell erprobt und wird in verschieden Anwendungsgebieten seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt. Unterschiedliche Technologien bieten Lösungen für Industrieprozesse, die sonst nicht CO2-neutral werden können.  

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  • Prozesse mit unvermeidbaren Emissionen wie die Zementherstellung haben eine Zukunft
  • Etablierte Industrien wie Zement und Kalk können weiterhin in BW produzieren
  • Unabhängigkeit und Sicherung des Industriestandortes Baden-Württemberg
     

Weaknesses: 

CO2 Abscheidung stellt Unternehmen vor Herausforderungen: Neue Prozesse müssen integriert und bestehende angepasst werden. Einige Lösungen sind sehr energieintensiv und nicht Plug-and-Play. Sie erfordern einen teilweisen Neubau von Industrieanlagen. 

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  • Abscheidung geht mit hohen Investitions- und Betriebskosten einher
  • Eventuell großer Bedarf an zusätzlicher Fläche für die Abscheideanlagen 
  • Abgasreinigung wird insgesamt komplexer, um Abscheideanlagen zu schonen 

       

Opportunities: 

Neben neuen Business Cases für etablierte Maschinenbauer bietet sich für Start-ups die Chance, durch die Entwicklung innovativer und energieeffizienter Methoden die Palette an Abscheidetechnologien zu erweitern. Solche optimal angepassten Lösungen erleichtern ihre Einführung und fördern die Wertschöpfung im Land.

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  • Entstehung neuer Geschäftsfelder und Technologieexporte für Anlagenbauer
  • CO2 wird vom Abfallprodukt zur Ressource 
  • Erzeugung von Negativemissionen 

Threats: 

Mangelnde Regulierung senkt die Akzeptanz für CO2-Abscheidung. Ohne hinreichende politische Unterstützung setzen Unternehmen die Einführung nicht um, was zu ihrer Abwanderung führen könnte. 
 

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  • Steigende Kosten werden auf Verbraucher umgelegt
  • Unregulierter Einsatz kann die Weiternutzung von fossilen CO2-Quellen verlängern, KSpTG schließt Nutzung an Kohlekraftwerken jedoch aus
  • Einführung birgt hohes unternehmerisches Risiko 

 

Perspektive für Baden-Württemberg

Unternehmen beschäftigen sich bereits mit der Einführung von CO2-Abscheidung bzw. erproben neuartige Verfahren, um den Prozess effizienter zu gestalten. Das Land hat im Positionspapier Carbon Management die Wichtigkeit dieser Technologien betont und steht hinter ihrem Einsatz. Durch konsequente Ausrichtung am Positionspapier kann Baden-Württemberg und aufgrund der guten Voraussetzungen durch einen traditionell starken Anlagenbau zu einem Vorreiter bei der Entwicklung und Umsetzung von Abscheidetechnologien in Deutschland werden. 

 

 

 

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Carola Seelmann

Dr. rer. nat. Carola Seelmann

Projektleiterin Carbon Management

Umwelttechnik BW
Kleiner Schlossplatz 13
70173 Stuttgart
Deutschland

Ihr Kontakt

Robin Koch

M. Sc. Robin Koch

Projektleiter Luftreinhaltung und Carbon Management

Umwelttechnik BW
Kleiner Schlossplatz 13
70173 Stuttgart
Deutschland