Transport & Infrastruktur als Möglichmacher

Fact Sheet

In einer defossilisierten Wirtschaft muss CO2 effizient und sicher bewegt werden: Je länger der Weg, desto aufwändiger die Infrastruktur. 
Insbesondere der nationale und internationale CO2-Transport stellen eine Herausforderung dar, die früh adressiert werden muss.

SWOT-ANALYSE

Für den Transport von CO2 stehen unterschiedliche Transportmodi (Schiene, Straße, Schiff, Pipeline) zur Verfügung, die durch Stärken und Schwächen geprägt sind. Unter der Annahme, dass künftig unvermeidbares CO2 an Punktquellen abgeschieden wird, ist die Entwicklung einer belastbare Transportinfrastruktur ein entscheidender Baustein.

Um die unterschiedlichen Anforderungen an den Transport zu erfüllen, ist ein multimodaler Ansatz die favorisierte Lösung. Nachfolgend wird mit Hilfe einer SWOT-Analyse ein Überblick zu den spezifischen Stärken und Schwächen dieses Ansatzes vorgestellt.   

Strengths: 

Elektrifizierter Schienentransport ermöglicht bereits heute den Transport großer CO2-Mengen innerhalb einer Woche bei vergleichsweise geringen Emissionen pro Tonne. Pipeline-Netze können in Zukunft enorme Mengen über lange Distanzenkostengünstig befördern – ein unverzichtbarer Pfeiler für den industriellen Maßstab.

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  • Eine belastbare Infrastruktur ermöglicht Planungssicherheit für Unternehmen
  • Sichert den Industriestandort Baden-Württemberg ab
  • Schafft Wertschöpfungspotentiale 
     
     

Weaknesses: 

Der Aufbau von CO2-Pipelines ist mit hohen Investitionskosten und aufwändigen Genehmigungsverfahren verbunden. Straßentransporte per LKW sind zwar flexibel, aber wegen der geringen Tankkapazität nur für kleine Mengen und kurze Distanzen praktikabel. Zudem sind sie mit höheren Emissionen pro transportierter Tonne verbunden.

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  • Nicht jede Emissionsquelle kann von jedem Transportmodus erschlossen werden
  • Bereits gebaute Infrastruktur ist aktuell schon sehr stark ausgelastet
  • Kosten für Infrastruktur sind in der Anfangsphase hoch, da es nur eine sehr begrenzte Anzahl an Nutzern gibt 

Opportunities: 

Innovative Technologien bieten neue Chancen: Dual-Fuel-Schiffe könnten künftig mit Ammoniak oder Methanol betrieben werden, was die Emissionen beim CO2-Schiffstransport senkt. Schienentransport als Brückenlösung, bis Pipeline-Netze verfügbar sind – so kann der CO2-Abscheidungs-Hochlauf sofort beginnen und später auf effizientere Systeme übergehen.

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  • Infrastruktur kann Quellen und mögliche Nutzer von CO2 verbinden, die örtlich nicht zusammen liegen 
  • CO2 und Wasserstoffinfrastruktur können sich gut ergänzen 
  • Transport von CO2 aus Nachbarländern kann die Finanzierung eines Netzes absichern und die Wirtschaftlichkeit erhöhen

Threats: 

Unwägbarkeiten bei der Regulierung und Konkurrenz durch den gleichzeitigen Aufbau des Wasserstoff-Netzes könnten zu Verzögerungen beim CO2-Pipeline-Ausbau führen. Häufige Niedrigwasserstände stellen ein Risiko für den CO2-Transport per Binnenschiff dar.
 

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  • Lange Vorlauf-, Planungs- und Realisierungszeiten können den Bau verzögern oder verhindern
  • Gesellschaftliche Akzeptanz für eine Infrastruktur muss gegeben sein
  • Eine fehlende Entscheidungssicherheit im Bereich Klimaziele kann den Bau einer Infrastruktur verhindern 

 

Perspektive für Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg werden Brückenlösungen erarbeitet, um bereits vor Anschluss an ein künftiges CO2-Pipelinenetz mit Carbon Management zu starten. Gleichzeitig positioniert sich das Land als Transitregion, etwa für CO2 aus der Schweiz oder Österreich auf dem Weg zur Speicherung in Nordeuropa.

 

 

 

 

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Dr. rer. nat. Carola Seelmann

Projektleiterin Carbon Management

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M. Sc. Robin Koch

Projektleiter Luftreinhaltung und Carbon Management

Umwelttechnik BW
Kleiner Schlossplatz 13
70173 Stuttgart
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