Fachtagung Abwärme BW & Bundesabwärmetagung 2026
Die Nutzung industrieller Abwärme in all ihren Facetten
Industrielle Prozesse, Produktionsanlagen, Kläranlagen und Rechenzentren geben täglich enorme Mengen an Wärme ungenutzt ab. Die Fachtagung Abwärme BW & Bundesabwärmetagung 2026 am 17. Juni in Stuttgart setzte genau an diesem Punkt an – erstmals als gemeinsames Format, das die Bedeutung des Themas auch auf nationaler Ebene verdeutlichte.
Im Mittelpunkt stand die Frage, die für produzierende Unternehmen, Kommunen und Rechenzentren immer drängender wird: Wie lässt sich unvermeidbare Abwärme konsequent nutzbar machen?
Moderiert von ZDF-Journalistin Anja Heyde diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes- und Landesministerien, Kommunalverwaltung, Unternehmen, Versorgung und Forschung bei der Podiumsdiskussion und in den Fachforen über die zukünftigen gesetzlichen Rahmenbedingungen – hochaktuell und mit direkten Auswirkungen auf die Praxis.
Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg unterstrich: „Wir bleiben dran an der Energiewende.“ Das Land habe die Bedeutung des Themas Abwärmenutzung sehr früh erkannt, gerade mit Blick auf Resilienz, Unabhängigkeit und nicht zuletzt den Klimaschutz. Hinsichtlich der Unterstützungsangebote von Umwelttechnik BW, dem Kompetenzzentrum Abwärme und KEA-BW sprach Ministerin Walker von einem Erfolgsmodell.
Bei der Podiumsdiskussion betonte Dr. Axel Bree vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dass die Ziele bei Erneuerbaren Energien und Klimaschutz weiter gelten und die Dekarbonisierung fortgesetzt werde. Es werde aber gleichzeitig eine Vereinfachung und Bürokratieabbau angestrebt, was jedoch keine Abkehr von den genannten Zielen beinhalte. So könne es im Einzelfall Änderungen bei den Rahmenbedingungen geben.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Podiumsdiskussion lieferten weitere interessante Beiträge: Dr. Sara Ortner, Leiterin Fachbereich Energie, ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH, Dominic Bernauer, Leiter Abteilung Energiewirtschaft im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Dirk Sattur, Vorstand der Badenova AG und Jürgen Weber, ehemaliger Bürgermeister Flecken Steyerberg und Vorstandsvorsitzender Bürgerenergie Steyerberg-Fernwärme eG.
Badenova Wärmeplus und Cerdia International zeigten ebenfalls noch am Vormittag, wie in Freiburg Großwärmepumpen Abwärme zu regionaler Fernwärme machen, Iqony und BP berichteten aus dem Ruhrgebiet und Becker Büttner Held beleuchteten die rechtlichen Stellschrauben, zum Beispiel mit Blick auf die Risikoabsicherung bei Abwärmeprojekten und Wärmenetzen.
Zum Abschluss stand ein Wrap-up der parallel stattfindenden Foren, die Vorstellung der neuesten AwaNetz-Werke und ein Impuls zur Fachkräftegewinnung in der Energiebranche BW von der Akademie der Ingenieure AkadIng GmbH auf dem Programm.
Die Fachtagung Abwärme & BAT26 brachte die relevanten Akteure im Bereich Abwärmenutzung zusammen und ermöglichte Vernetzung, Austausch und die Realisierung neuer Projekte. Dabei wurde klar: Abwärmenutzung ist längst keine Nebensache mehr, sondern ein zentraler Baustein für die Energiewende und die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen. Den ganzen Tag zeigten Praxisbeispiele und die Fachausstellung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Abwärmenutzung die Möglichkeiten auf. Das strukturierte Matchmaking konnten die Teilnehmenden nutzen, um schnell und einfach neue Projektideen zu besprechen und konkrete Projekte anzustoßen.
Über den Termin der nächsten Fachtagung Abwärme BW informieren wir Sie so bald wie möglich. Versprochen: Es bleibt spannend!