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Neue EU-Bioökonomiestrategie

Und was sie für Baden-Württemberg bedeutet

EU-Flaggen wehen vor einem Gebäude
(Canva/Getty Images | VanderWolf-Images)

Die Europäische Kommission hat die neue EU-Bioökonomiestrategie A Strategic Framework for a Competitive and Sustainable EU Bioeconomy veröffentlicht. Die Strategie stärkt die Rolle urbaner und regionaler Akteure deutlicher als bisher und greift dabei Anliegen auf, die Baden-Württemberg gemeinsam mit mehreren niederländischen Provinzen in die Konsultationen eingebracht hatte.

1. Städte und Kommunen stärker als bisher als Umsetzungsebene betont

Die Strategie unterstreicht die Bedeutung von Regionen und Kommunen für die praktische Umsetzung der Bioökonomie. Sie werden als wichtige Partner für Stoffstrommanagement, Kreislaufwirtschaft und regionale Wertschöpfung genannt.

2. Urbane Bioökonomie im EU-Verständnis: ausschließlich biobasiert

Die neue Strategie adressiert urbane Räume vor allem im Hinblick auf biogene Stoffströme wie Bioabfall, Abwasser und organische Reststoffe. Damit entstehen neue Ansatzpunkte für kommunale Kreisläufe und regionale Wertschöpfung, jedoch eindeutig innerhalb des biomassebasierten Rahmens der EU-Bioökonomie.

3. Sichtbarkeit urbaner Elemente innerhalb der Bioökonomie

Mehrere Konzepte, die für urbane Bioökonomie relevant sind, etwa regionale Bioökonomieprofile sowie lokale Innovationsökosysteme, werden hervorgehoben.

4. Regionale und lokale Ebenen im Fokus zukünftiger Maßnahmen

Die Mitgliedstaaten sollen künftig regionale Bioökonomieprofile entwickeln und kommunale sowie regionale Akteure systematisch einbinden. Auch geplante EU-Initiativen zur Nutzung sekundärer Biomasse, zur Bioabfall- und Abwasserverwertung, zur Phosphor-Rückgewinnung und zu urbanen Nährstoffkreisläufen betreffen ausdrücklich lokale und regionale Ebenen.

Was bedeutet das für Baden-Württemberg?

Die neue Strategie bietet einen Rahmen, der

  • die Rolle urbaner und regionaler Akteure in der Bioökonomie stärkt,

  • kommunale Handlungsspielräume erweitert – insbesondere bei Bioabfall, Abwasser und Nährstoffkreisläufen,

  • zukünftige Förder- und Kooperationsmöglichkeiten im Bereich kommunaler und industriell-urbaner biobasierter Kreisläufe eröffnet,

  • die Bedeutung von Clustern, Netzwerken und regionalen Innovationsökosystemen erhöht,

  • Baden-Württemberg in seinen bestehenden Aktivitäten zur urbanen Bioökonomie bestätigt.

Autor: Paulina Leiman
Quelle: Umwelttechnik BW | Bioökonomie