Fallbeispiel
Geometrisch abstrakte Farbflächen

Umfassende Optimierung schafft hohe Energieeinsparung und Wohlbefinden

Finalist Gipfelstürmer 2023
138 t/a

CO2-Einsparung*

823.827 km

Mittelklasse PKW**

258 MWh/a

Energieeinsparung

6.289 MWh/a

Verbrauchsausgangswert***

Das Druckhaus Waiblingen möchte als innovatives Unternehmen ein Vorbild für andere Druckhäuser sein. Durch vielfältige Optimierungsmaßnahmen am Gebäude und in der Produktion gelang es dem Unternehmen, dem hohen betrieblichen Energiebedarf entgegenzuwirken.

DHW Gebäudeansicht

Das Familienunternehmen ist stetig gewachsen. (Battermann/DHW-Archivfotos/2022)

Dem Ziel, in der Region Stuttgart die anerkannte Nummer eins für ökologisch-verantwortliche und innovative Druckgestaltung zu werden, kommt das Druckhaus Waiblingen immer näher. Das Unternehmen setzt auf den Einsatz von Recyclingpapieren oder zertifizierten Papieren, deren Rohstoffe aus nachhaltig bewirtschaftetem und kontrolliertem Waldbau stammen sowie auf mineralölfreie Bio-Druckfarben mit Bindemitteln auf pflanzlicher Basis. Zudem wird in der Produktion weitgehend auf Lösemittel und Chemikalien verzichtet. Was die Produktion und Logistik trotz aller Bemühungen dennoch an ökologischem Fußabdruck hinterlässt, wird genau erfasst, dokumentiert und an anderer Stelle wieder kompensiert. Zwei Blockheizkraftwerke erzeugen auf dem Gelände des Unternehmens bereits umweltverträglich Wärme und Strom und senken so den Fremdbedarf. Zudem wird auf Investitionen in neue Maschinen mit modernster Technik und effizienteren Modulen gesetzt – die sparen Energie bei voller Leistung. Allein dabei wollte es das Druckhaus Waiblingen aber nicht belassen. Nach dem KEFF-Check wurden weitere Effizienz-Stellschrauben identifiziert und viele davon bereits optimiert.

Hoher Energiebedarf und hohe Anforderung der Kunden

  • Nahezu die gesamte Beleuchtung wurde auf LED umgerüstet und die Leuchtenanordnung optimiert.
  • Um Bereiche mit unterschiedlichen Temperaturniveaus zu trennen, wurden Schnelllauftore installiert. Dadurch entstehen nun geringere Wärmeverluste und weniger Zugluft.
  • Drei bis 2018/2019 betriebene Blockheizkraftwerke wurden durch zwei neue, deutlich effizientere ersetzt: Im Sommer wird die erzeugte Wärme mittels Sorptionskälteanlage zur Gebäudekühlung eingesetzt und die Eigenstromerzeugung dadurch gesteigert.
  • Die Abwärme der Kompressoren wird zur Beheizung einer Halle genutzt.
  • Durch eine übergeordnete Steuerung wird die Drucklufterzeugung bedarfsgerecht koordiniert und so der Energieverbrauch optimiert. Zudem wurden Druckluftleckage-Meldebögen entwickelt und konsequent von den Mitarbeitenden eingesetzt. Seit 2021 wird jährlich eine Leckageprüfung von einer Fachfirma durchgeführt. Zudem wurde an sämtlichen Maschinen und Anlagen die Druckluftversorgung von 10 auf 8 bar gesenkt.
  • Im IT-Bereich wurde einiges optimiert: Das Rechenzentrum wurde neu konzipiert, komplett umgebaut und zudem neue Server, Klimageräte sowie Rechner angeschafft.
  • Zwei Bogenoffsetdruckmaschinen wurden durch neue ersetzt, die dank moderner Technik mit höherer Leistung bis zu 25 Prozent weniger Energie benötigen.
  • In der Druckvorstufe wurden zwei Belichtungsanlagen der neuesten Generation installiert, die nur noch rund 40 Prozent des Energieeinsatzes im Vergleich zu den Vorgängeranlagen erfordern. Durch die neue Technologie wurde zudem der Wasserverbrauch um etwa 350 Kubikmeter/Jahr reduziert.
  • Regelmäßig werden Mitarbeiterschulungen zu den Themen Energieeffizienz, Klimaschutz und Abfallverwertung beziehungsweise Recycling durchgeführt.
  • Den Kunden wird bei nahezu allen Druckprodukten im Vorfeld eine CO2-Kompensationangeboten, die immer häufiger auch genutzt wird.

Das Druckhaus Waiblingen setzt auf einen kontinuierlichen Optimierungsprozess im Bereich Nachhaltigkeit und scheut dabei auch keine Investitionskosten. Durch zahlreiche Maßnahmen wurden innerhalb der vergangenen Jahre 1.285,6 Megawattstunden Strom vermieden. Durch kompaktere Server- und Kühlgeräte wurde im IT-Bereich nicht nur Energie, sondern auch Platz eingespart. Für die Mitarbeitenden in der Druckvorstufe hat sich die neue LED-Beleuchtung schnell positiv ausgewirkt. Sie ist angenehmer und weniger ermüdend, insbesondere in der Spät- und Nachtschicht. Die Schnelllauftore sowie zusätzlich eingezogene Wände wirken sich zudem angenehm auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden aus: weniger Zugluft, weniger Erkrankungen. Künftig sind weitere Maßnahmen geplant. Der Austausch der Pumpen für Heizung und Kühlung wird derzeit geprüft. Angedacht ist auch die Erneuerung elektrischer Antriebe, wo das sinnvoll ist. Das Druckhaus Waiblingen hat eine professionelle Energieberatung in Anspruch
genommen und Fördergelder beantragt.

Druckwerk
Die Druckluftzentrale sorgt für bedarfsgerechten Verbrauch. ((Battermann/DHW-Archivfotos/2022))

Als kleines Familienunternehmen startete das Druckhaus Waiblingen im Jahr 1839. Ein Familienunternehmen ist es immer noch – aber ein deutlich größeres: Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 140 Mitarbeitende, die für den Druck von fünf Tageszeitungen, mehreren Wochenblättern und zahlreichen weiteren Aufträgen im hochwertigen Druck verantwortlich sind. Seit über 25 Jahren betreibt das Druckhaus Waiblingen Remstal Bote GmbH ein Umweltmanagementsystem, nach dem sich sämtliche Aktivitäten ausrichten und kontinuierlich Verbesserungsmaßnahmen im Bereich Energieeffizienz, Recyclingquote und Ressourcenschonung umgesetzt werden.

Auch nach über 25 Jahren erfolgreichem Umweltmanagement war es uns wichtig,
uns fachlich ‚von außen‘ betrachten zu lassen, um weitere Möglichkeiten zur Energie-
effizienz zu entdecken.

Joachim Battermann, Produktionsleiter und Umweltmanagementbeauftragter
Druckhaus Waiblingen Remstal-Bote GmbH

* Berechnet gemäß Merkblatt zu den CO2-Faktoren zum Förderprogramm Energieeffizienz in der Wirtschaft, BAFA, 2019.
Aufgrund der Vergleichbarkeit wurden die Emissionen auf Basis konventionellen Stroms berechnet.

** Berechnet aus der kilometerspezifischen Emission aller Diesel-Pkw Neuzulassungen
2019 (Umweltbundesamt).

*** Durchschnittswert der Jahre 2017 bis 2021

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Fertigungsstruktur:
  • Einzelteilherstellung
Wertschöpfungsaktivität:
  • Unterstützungsprozesse / Gebäudemanagement
Ansatzpunkt / Strategie:
  • KEFF-Check
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Einsparbereich:
  • Energie
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