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In drei Schritten zur Dekarbonisierung

"Von der Technik her sind wir schon super!"

Gerät zur Abscheidung von CO2
(Umwelttechnik BW | Dr. Carola Seelmann)

Sie haben unser After-Work-Event CCUBIO mit Unternehmensbesichtigung bei Novis verpasst? Kein Problem. Hier erklärt Geschäftsführer Dr. Thomas Helle noch einmal, wie er CO₂-Emittenten in drei Schritten zur Dekarbonisierung von Produktionsprozessen führt. Mit einer ausgereiften Technologie und einem kompletten Verfahren. Die Fragen stellte Paulina Leiman.

Herr Dr. Helle, was können Sie für ein Unternehmen tun, das CO2-Anbieter ist oder mit dem CO2 aus der eigenen Produktion „etwas“ machen möchte? 

Wir würden zuerst prüfen, wie lohnenswert der Schritt für das Unternehmen ist. Wir skizzieren eine Anlage, wir definieren, wo das Investment liegt. Bei einer positiven Bewertung planen wir eine solche Anlage. Gegebenenfalls muss man noch schauen, wie zusätzliche Investitionen die anfänglichen Kosten reduzieren können. Dann ginge es in den Bau der Anlage, vorher würden die Rahmenbedingungen definiert. So in etwa: Wir nehmen euch das CO2 oder die Biomasse zum Preis X ab und dann kalkuliert ihr, ob das für euch werthaltig ist. Anschließend ginge es in die Umsetzung über einen Zeitraum von 1 bis 3 Jahren. 

Parallel dazu sprechen wir gerade auch aktiv Investoren an, weil wir alleine nicht kapitalstark genug sind, um eine schnellere Skalierung stemmen zu können. Also müssen wir in kleinen Schritten arbeiten, da wir Geld verdienen müssen, um Investitionen zu tätigen. Wenn wir aber 10 bis 20 Mio. Euro einwerben können, dann können wir schneller entwickeln, die Technologie schneller skalieren und auch das Preisniveau nach unten bringen. 

Von der Technik her sind wir schon super: Wir brauchen eine Kilowattstunde pro Kilogramm CO2, keine Wärme und keinen Druck. Damit sind wir gut aufgestellt: Das Verfahren ist komplett, wir brauchen zwar ein bisschen Säure und etwas Lauge. Aber ansonsten sind wir umweltfreundlich, was den Prozess anbelangt. Energieintensiv ist er auch nicht. Deswegen hoffe ich, dass viele Firmen kommen und anfragen.

Menschen die um eine CCU-Maschine stehen

 

Werden Laugen und Säuren zurückgewonnen?

Das läuft alles im Kreislauf, verbraucht sich auch nicht. Sie sind nur ein Hilfsmittel für die Elektro-Dialyse. Die Lösung, die das CO2 speichert, mit der können wir auch puffern. Das heißt, wir können 100 Kubikmeter befüllen und wenn die Produktion ruht, weiter CO2 extrahieren. Wir müssen also nicht 24 Stunden am Tag das CO2 aus dem Kamin nehmen, sondern können die Pufferlösung als Speicher nehmen. Die Pufferlösung wird mit CO2 am Tag beladen, wenn das Unternehmen produziert. In der Nacht, wenn nicht produziert wird und der Strom günstig ist, können wir das gebundene CO2 zu flüssigem CO2 weiterverarbeiten. Das Start-Stopp-Modell eignet sich besonders für Unternehmen, die schwankenden CO2-Anfall haben. 

Sehen Sie Ihr System als flexible zusätzliche Option oder als grundsätzliche Technologie für CO2-Abscheidung? 

Beides. Wenn jemand kommt und sagt, wir haben eine halbe Million Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr, dann müsste ich ablehnen. Das wäre in den nächsten zehn Jahren nicht möglich für uns. Aber für 10.000 Tonnen CO2 (flüssig pro Jahr) Emissionen sind wir perfekt aufgestellt - denkbar als zusätzliche flexible Option. Oder das CO2 wird generell abgesetzt, wodurch ein Unternehmen relativ schnell CO2-Neutralität in der Produktion erreichen kann. Wird die Algenproduktion direkt daneben platziert, ist es nicht notwendig, CO2 zu verflüssigen - es wird gereinigt und verbraucht.

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Die ersten drei Teile des Interviews finden Sie hier: 

Author: Paulina Leiman
Source: Umwelttechnik BW | Bioökonomie