Erfolgsbeispiel
100 Betriebe Stagebild grauer Hintergrund

Wärmenutzungskonzept zur Trocknung von Rindenmulch als Brennstoff

Schließung innerbetrieblicher Energie- und Stoffströme

10.240 t/a

Holzspäneeinsparung

Die Finkbeiner KG ist ein Säge- und Hobelwerk aus dem Schwarzwald. Das Heizkraftwerk produziert Strom und Wärme durch die Einspeisung von Sägespänen aus dem Sägewerk. Diese Wärme wurde bisher ungenutzt über die Lüftungsklappen der Gebäude abgeleitet. Das Ziel des Vorhabens war es daher, die Prozessabwärme im Betrieb zu nutzen und dadurch innerbetriebliche Stoff- und Energiekreisläufe zu schließen.

Die Finkbeiner KG betreibt seit vielen Jahren am Standort Steinbis ein Säge- und Hobelwerk. Dort werden ca. 180.000 Festmeter Holz pro Jahr, das sind etwa 30 Lkw-Ladungen pro Tag, verarbeitet. Im Jahr 2015 wurde ein Heizkraftwerk in Betrieb genommen. Das Heizkraftwerk wird mit Spänen aus dem Sägewerk gespeist und liefert bis zu 1,4 MW elektrische Leistung. Der produzierte Strom wird ins Netz eingespeist.

Das Heizkraftwerk produziert neben Strom eine Wärmemenge von ca. 6,8 MW. Diese wird in zehn Trockenkammern mit einer Kapazität von 600 m³ genutzt, in denen auftragsbezogen das selbst produzierte sowie fremdes Schnittholz getrocknet wird. Durch den Prozess wird innerhalb des Gebäudes eine erhebliche Menge an Wärme frei, welche über Lüftungsklappen bislang ungenutzt abgeleitet wird.

Das Ziel des Vorhabens war es daher, die Prozessabwärme im Betrieb zu nutzen und dadurch innerbetriebliche Stoff- und Energiekreisläufe zu schließen. Zunächst wurden im Rahmen der Einfahrphase des Heizkraftwerks die erforderlichen peripheren Energieverbräuche bei verschiedenen Auslastungsgraden gemessen. Hierbei wurde festgestellt, dass bis zu einer Auslastung von ca. 70 % die peripheren Energieverbräuche bei anteilig 3 % liegen. Bei einem Auslastungsgrad von über 70 % steigen hingegen die peripheren Energieverbräuche schnell auf über 6 %.

Somit erzeugt die Anlage bei einem Auslastungsgrad bis 70 % einen Wärmeüberschuss, der durch die Trockenkammern nicht abgenommen werden kann.

Temperaturmessungen haben ergeben, dass im Heizkraftwerksgebäude ständig Lufttemperaturen von mindestens 45 °C vorherrschen. Dementsprechend sollten Maßnahmen ergriffen werden, die der Nutzung der überschüssigen Prozesswärme und der Optimierung des Heizkraftwerks dienen.

Profilierspanerlinie (Finkbeiner KG)

Herausforderung

Eine Herausforderung bei der Schließung von innerbetrieblichen Stoff- und Energiekreisläufen ist es, überschüssige Energie oder Materialien aus einem Prozess sinnvoll in anderen Prozessen im Unternehmen zu nutzen. Aufgrund der Lage der Finkbeiner KG und der Abwärmemenge kann die Nutzung der Abwärme nur am Standort selbst erfolgen. Dies galt es, bei der Optimierung des Heizkraftwerks zu berücksichtigen und so wurden die Prozesse im Unternehmen dahingehend analysiert.

Profilierspanerlinie

Profilierspanerlinie (Finkbeiner KG)